Agile Kommunikation – Wann sind wir wirklich auf Augenhöhe?

Sascha Demarmels

 

Agile Kommunikation – Wann sind wir wirklich auf Augenhöhe?

 

Agile Kommunikation entspricht Werten und Haltungen agiler Frameworks, beispielsweise den Scrum Values: In einem Gespräch bin ich engagiert bei der Sache und nenne alles, was wichtig ist (Commitment). Dabei schweife ich nicht ab (Fokus). Ich sage, wenn ich etwas für falsch oder nicht zielführend halte und gebe negative Rückmeldungen, wenn dies angezeigt ist (Mut). Im Gegenzug nehme ich auch negative Äusserungen anderer offen auf (Offenheit). Ich verhalte mich im Gespräch anderen gegenüber resepektvoll (Respekt), d.h. ich kommuniziere auf Augenhöhe. Aus der Kommunikationstheorie lässt sich bspw. an das Modell „Vier Seiten einer Nachricht“ (Schulz von Thun) anknüpfen. Eine Nachricht (oder Äusserung) besteht aus vier Komponenten: Was ich über mich selber aussage (Selbstoffenbarung), was ich von meinem Gegenüber erwarte (Appell), was ich an Fakten nenne (Sachebene) und was ich über die Beziehung zu meinem Gegenüber aussage (Beziehungsebene). Agile Kommunikation auf Augenhöhe hat alle vier Seiten im Blick und nimmt die anderen in allen Belangen ernst: sowohl auf Sachebene (z.B. positive und negative Kritik) wie auch in den Emotionen. Kommunikation auf Augenhöhe hat nichts mit Hierarchie oder Rollen zu tun, sondern bedeutet, dass ich andere Menschen als gleichwertig auffasse. Das klingt auf den ersten Blick einfach, zahlreiche Beispiele zeigen aber immer wieder, dass es höchst schwierig ist und dass wir immer wieder in Fallen tappen: Wie soll eine vorgesetze Person berechtigte Kritik üben? Wie soll jemand am Service-Telefon auf Kundenreklamationen reagieren? Wie denke ich ganz spontan über negative Aussagen anderer? Und ist Augenhöhe wirklich in jeder Interaktion das Richtige?

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© Stefan Hilmer 2018